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Wichtigsten inhalte des versailler Vertrags

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Lloyd George beabsichtigte auch, ein europäisches Machtgleichgewicht aufrechtzuerhalten, um einen französischen Versuch zu vereiteln, sich als dominierende europäische Macht zu etablieren. Ein wiederbelebtes Deutschland wäre ein Gegengewicht zu Frankreich und eine Abschreckung für das bolschewistische Russland. Lloyd George wollte auch die deutsche Marine neutralisieren, um die Royal Navy als größte Seemacht der Welt zu halten; zerlegen das deutsche Kolonialreich mit mehreren seiner territorialen Besitztümer an Großbritannien und andere, die als Mandate des Völkerbundes etabliert wurden, eine Position, die von den Dominions abgelehnt wurde. [50] Portugal trat 1916 auf der Seite der Alliierten in den Krieg ein, um vor allem die Sicherheit seiner afrikanischen Kolonien zu gewährleisten, die sowohl von Großbritannien als auch von Deutschland von der Eroberung bedroht waren. Insofern ist ihr ihr das Kriegsziel gelungen. Der Vertrag erkannte die portugiesische Souveränität über diese Gebiete an und verlieh ihr kleine Teile der an Deutschland angrenzenden Überseekolonien. Ansonsten hat Portugal bei der Friedenskonferenz wenig gewonnen. Ihr versprochener Anteil an deutschen Reparationen kam nie zustande, und ein Sitz, den sie im Exekutivrat des neuen Völkerbundes begehrte, ging stattdessen nach Spanien– das im Krieg neutral geblieben war. Am Ende ratifizierte Portugal den Vertrag, bekam aber wenig aus dem Krieg heraus, der mehr als 8.000 portugiesische Truppen und bis zu 100.000 ihrer afrikanischen Kolonialuntertanten ihr Leben kostete. [124] Die Konferenz brachte auch den Vertrag von St.

Germain mit Österreich im September 1919 hervor; den Vertrag von Neuilly mit Bulgarien im November 1919; und den Vertrag von Trianon mit Ungarn im Juni 1920. Diese Verträge erfüllten Österreich relativ nachsichtig, insbesondere angesichts der zentralen Rolle der österreichischen Elite bei der Kriegsgründung 1914. Ungarn kam viel schlechter als Österreich, vor allem, um Ungarn für ihren Nachkriegsflirt mit einer kommunistischen Bewegung zu bestrafen. So hatte die Konferenz ebenso viel mit Nachkriegspolitik zu tun wie mit der Wahrnehmung von Vorkriegsschuld. Während der Ausarbeitung des Vertrages wollten die Briten, dass Deutschland die Wehrpflicht abschafft, aber eine Freiwilligenarmee unterhalten darf. Die Franzosen wollten, dass Deutschland eine Wehrpflichtarmee von bis zu 200.000 Mann aufrechterhält, um den Erhalt einer ähnlichen Truppe zu rechtfertigen. So war die Zulage von 100.000 Freiwilligen im Vertrag ein Kompromiss zwischen den britischen und französischen Positionen. Deutschland hingegen sah die Begriffe so, dass sie gegen jeden potenziellen Feind wehrlos waren. [225] Bernadotte Everly Schmitt schrieb, dass "es keinen Grund zu der Annahme gibt, dass die alliierten Regierungen unaufrichtig waren, als sie zu Beginn von Teil V des Vertrags erklärten ... dass Deutschland, um eine allgemeine Reduzierung der Bewaffnung aller Nationen zu erleichtern, zuerst entwaffnen musste." Ein Mangel an amerikanischer Ratifizierung des Vertrags oder der Beitritt zum Völkerbund ließ Frankreich nicht zur Entwaffnung bereit, was zu einem deutschen Wunsch zur Aufbwaffnung führte. [114] Schmitt argumentierte: "Hätten die vier Alliierten geeint geblieben, hätten sie Deutschland wirklich zur Entwaffnung zwingen können, und der deutsche Wille und die Fähigkeit, anderen Bestimmungen des Vertrags zu widerstehen, hätten entsprechend abgenommen." [226] Deutsche Beamte verschworen sich systematisch, um sich den Klauseln des Vertrags zu entziehen, indem sie die Abrüstungsfristen nicht einhielten, alliierten Beamten den Zugang zu militärischen Einrichtungen verweigerten und die Waffenproduktion aufrechterhielten und versteckten. [182] Da der Vertrag deutschen Unternehmen nicht die Herstellung von Kriegsmaterial außerhalb Deutschlands verbietet, zogen die Unternehmen in die Niederlande, in die Schweiz und nach Schweden.

Bofors wurde von Krupp gekauft, 1921 wurden deutsche Truppen nach Schweden geschickt, um Waffen zu testen. [183] Die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zur Sowjetunion über die Konferenz von Genua und den Vertrag von Rapallo wurde auch dazu benutzt, den Versailler Vertrag zu umgehen.

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